Star Wars Episode 8: Die letzten Jedi

Alle Jahre wieder erwachen im Kino die Recken der beliebten Sternensaga zum Leben und kämpfen gemeinsam für Gerechtigkeit und Freiheit in der Galaxie. Wo „Rogue One“ letztes Jahr ein durchaus formidables Stücken Film darstellte, war „Das Erwachen der Macht“ doch ein mittelgroßes Fiasko; eine Hommage die unter nostalgischem Gewicht zusammenbrach und letztendlich mehr schlecht als recht ein neues Epos zusammenzimmerte, dass doch erstaunlich altbacken wirkte.

„Die letzten Jedi“ macht nun also nicht denselben Fehler; das Ende ist zwar unfassbar konservativ und gibt eine besorgniserregende Marschrichtung für Episode 9 vor, der Weg dahin allerdings schickt die Sternenkrieger auf eine, durchaus von Versatzstücken geprägte, Reise, die innerhalb des „Star Wars“-Universums mehr neues als altes versucht. „Die letzten Jedi“ ist über weite Strecken an Dekonstruktion, an Dunkelheit und an Schmerz interessiert; er erinnert teilweise wohlig an Tragikkomik Lucas‘ „Die Rache der Sith“; er ist großes Drama, dass sich wirklich um seine Figuren kümmert, dass um das Gewicht auf seinen Schultern weiß, sich allzuhäufig davor verneigt, aber häufig genug standhaft bleibt und sich seinen Platz innerhalb des Sternenepos erkämpft.

„Die letzten Jedi“ vernäht eindrücklich Hochmut, Arroganz, Scheitern und Auferstehen. Niederlage und Frust, dass kennt dieser Film allzu gut; weitermachen, weiterkämpfen, darum geht es aber auch. Rian Johnsons Film handelt vom Wiederentdecken der Hoffnung in hoffnungslosen Zeiten und ähnelt damit sicherlich zahlreichen Filmen des Jahres; er packt aber trotzdem ganz vorzüglich. Subtil ist Johnson dabei keinesfalls: Bombast, dass ist das Motto des Films. Während Abrams Vorgänger hier aber an seinem Streben nach Superlativen scheiterte, gelingt es Johnson ganz hervorragend, im möglichst kleinen Rahmen möglichst großes zu zaubern.

„Die letzten Jedi“ erdrückt mit einer audiovisuellen Wucht, inszeniert eindrücklich und elegant eine zu teilen wüst erzählte, aber gut gemeinte, Geschichte um interessante, ambivalente, gebrochene und strauchelnde Figuren. Das spannende an der nun mehr achten Episode „Star Wars“ sind nämlich eben jene Figuren, Kylo Ren und Rey und auch der Alt-Jedi Luke Skywalker, die ihren Platz im großen Spiel nicht mehr sehen, die unter der Last der Vergangenheit zu zerbrechen scheinen, die sich eine eigene Zukunft aufbauen müssen.

Die große Tragik des interstellaren Bombastdramas liegt in der eisernen Konsequenz, mit der Film auf die Erkenntnis zusteuert, dass die eigene Zukunft, dass Neue, ja, vielleicht auch das Besser-Machen, dass Vergeben und Lernen, dass eben jenes unmöglich ist und eventuell auch immer verwehrt sein wird.

„Die letzten Jedi“ erzählt den ein oder anderen Subplot zu viel, er spielt das ein ums andere Mal zu oft mit den Gefühlen des Publikums; aber es heißt trotzdem auch Abschied nehmen und auch, wenn das Ende wieder nach vergangenem strebt, zeigt der Weg dahin neues, unerwartetes, überraschendes und packendes auf.

„Star Wars Episode 8: Die letzten Jedi“ weiß es eigentlich besser – am Ende will er aber dennoch „Star Wars“ sein und vielleicht ist das für viele ja auch alles, was zählt.

8.0 von 10.0

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