Justice League

„Justice League“ ist ein Film über Hoffnung, über Optimismus, über Zusammenhalt. Die Rezeption hingegen wird beherrscht von Angst vor weiteren DCEU-Filmen, Pessimismus und einem Stellungskrieg zwischen jenen, die den Film lieben und jenen, die ihn hassen. Mit dieser Ironie ist der Film herrlich umschrieben.

„Justice League“ nämlich ist eine zwiespältige Angelegenheit, ein Film voller Probleme, aber auch voller Stärken. „Justice League“ steht auf seltsame Art und Weise zwischen den Stühlen, er ist auf der einen Seite kein glatter Marvelverschnitt der Marke „Suicide Squad“ oder „Wonder Woman“, auf der anderen aber auch keine kompromisslos verwirklichte Vision der Marke „Man of Steel“ oder „Batman v Superman“. Statt aber nun eine erhoffte homogene Symbiose zwischen Vision und Marketing zu sein, ist „Justice League“ eher ein mit Gewalt forcierter Mix, der die kalte Härte, die visuelle Größe, die kranke Vision eines Zack Snyder und zugleich aber auch den unberschwerten, fidelen, quietschbunten Spaß einer Marvelkonserve missen lässt.

Er nimmt sich eben aus beidem etwas, kombiniert aber nicht, vereint aber nicht. So liefert der Film eben Beides in seltsamer Form, auf große Momente folgt nichtiger Quatsch, „Justice League“ kann fantastisch aussehen oder aber auch unfertiger als der Hauptstadtflughafen BER; das Team kann wunderbar Dysfunktional sein, eben so kann aber auch die Dysfunktionalität dysfunktional sein. Es ist ein Film, der mit schwachen CGI, einer holprig erzählten Geschichte, einem langweiligen Gegner und einem unterwältigendem, ernüchternden Finale aufwartet. Dafür kann man ihn durchaus hassen; auf der Haben-Seite stehen dafür aber gute Charaktere und flotte Kurzweiligkeit, dafür wiederum kann man ihn lieben.

Was also ist zu machen mit diesem Film, mit dieser „Justice League“? Am besten zeigt es wohl Ben Affleck, der mit Abstand stärkste Darsteller im sonst recht hölzernen, aber gut aufgelegten Ensemble. Er nämlich interpretiert den frischen Optimisten Bruce Wayne auf abgekämpfte, ermüdete Art und Weise und das ist doch auch der Film: ein von der wiedergefundenen Hoffnung getragenes, schlaffes Spektakel.

Wirkliche Größe findet „Justice League“ dann, wenn inmitten des Weltuntergangallerleis, der lakonischen Witzeleien und der computergenerierten Materialschlacht Zeit für intime Momente findet, wenn ein abgekämpfter, am Ende seines Wege stehender Bruce Wayne und eine neu-erflammte Diana Prince ihren Schmerz teilen, ihre Wunden lecken. Abgesehen davon bleibt eine Achterbahnfahrt der Eindrücke; ob hässliches Meisterwerk oder schöner Totalausfall, beide Ansichten sind legitim; es mag prätentiös klingen, aber es liegt letzten Endes im Auge des Betrachters.

Allgemeingültig festgehalten werden kann über diesen Film ohnehin nur eines: „Justice League“ macht Spaß – wenn nicht beim sehen, dann spätestens beim Lesen der Verrisse.

5.0 von 10.0

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