Alien: Covenant

„Alien Covenant“ ist Ridley Scotts Rückkehr zum „Alien“ Franchise, ein interessanter, sehenswerter Film, der dann aber leider gerade doch aufgrund des „Alien“ Anteils den Sprung zum Meisterwerk verpasst.

Dabei beginnt „Alien Covenant“ erst einmal sehr gut. Im Opening treffen der Android David und sein Schöpfer Weyland das erste Mal aufeinander. Schnell zeigt David sich von seinem Schöpfer enttäuscht. Dieser ist doch nur ein Mensch, sterblich, schwach und nicht in der Lage, tatsächlich zu schaffen. Er kann doch nur aus dem schöpfen, dass bereits vorhanden ist, aus dem Nichts kann er aber nichts erschaffen. David ist da anders. Er ist unsterblich, er ist stark, er kann Leben erschaffen.

Scott stellt hier die Frage, was geschieht, wenn die Maschine zu mächtig wird und beantwortet diese auf beklemmende Art und Weise. Auf der anderen Seit ist David aber eben auch ein sehr tragischer Charakter, dessen tragikkomische Ironie von Scott leider aber nicht ganz begriffen wird. David ist nämlich in der Lage, Emotionen zu empfinden, weiß aber, dass diese nicht real sind.

Und da steht nun dieser David, der mächtige Schöpfer, König aller Könige. In all seiner Allmacht ist er dennoch nicht in der Lage, ein echtes Gefühl zu erschaffen. In einer der besten Szenen des Films versucht David, seinem Nachfolger Modell Walter Gefühle beizubringen und scheitert daran. Es ist diese Tragik, die den Androiden so nahbar und faszinierend macht. Umso enttäuschender ist es also, dass diese nur Ansatzweise ausgearbeitet ist. Ansonsten zeigt sich Scotts neuster Film aber in seinen ersten zwei Dritteln äußerst gefällig.

Die Reise der Figuren Daniels und Walter ins Herz der Finsternis, in Davids dunkles Reich, ist äußerst spannend, wenn auch viel zu kurz. Wie sehr hätte man doch langsam, schleichend das Mysterium um den Planeten Paradise lüften können. So aber hat man das Gefühl, dass Scott nach den ersten beiden Dritteln merkte, dass er doch eigentlich an einem Alienfilm arbeitete, weshalb dann also überhetzte Antworten und Alien Action aus der Konserve folgten.

Die häufig kritisierte Enmystifizierung des Monsters ist dabei eigentlich nur Konsequent, den Auftritt jenes Monstrums hätte man sich aber auch sparen können. Sicherlich, es ist genial inszeniert, aber hat man bei Scott ja sowieso nicht anders erwartet. So schwankt „Alien Covenant“ also zwischen aufregend neuem und altbackenem Zugeständnis an die Fans.

Schauspielerisch gestaltet der Film sich dabei solide, nur Michael Fassbender darf in seiner Doppelrolle als David/Walter brillieren. Dank ihm und der Figur des David könnte das Franchise noch eine große Zukunft haben, wenn man denn tatsächlich mal konsequent auf neuen Pfaden wandeln und nicht immer auf altbekannte zurückkehren würde.

So ist „Alien Covenant“ ein sehr seltsamer Film, sehr interessant teilweise und oppulent inszeniert, aber gen Ende eben doch zu austauschbar und an und für sich auch noch eine halbe Stunde zu kurz obendrein. Ein großartiges Desaster, keine Frage.

6.0 von 10.0

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