Zu Besuch beim Internationalen Trickfilm Festival – Tag 1

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Dank der Moviepilot Redaktion habe ich die Gelegenheit bekommen, beim ITFS (Internationales Trickfilm Festival) dabei zu sein, mit Presseakredditierung und so weiter. Natürlich bin ich dann auch gleich hin um selbst das Festival zu genießen und euch von meinen Erfahrungen berichten zu können.

Bevor es jetzt also mit dem Bericht losgeht, noch ein paar kleine Infos. Fotos habe ich ein paar gemacht, allerdings funktioniert das Einbinden derer aktuell nicht so, wie ich das gerne hätte. Deshalb wird nach dem Ende des ITFS nochmal ein Fotoartikel kommen, wo ich alle sehenswerte Bilde publiziere. Ansonsten ist das hier jetzt vor allem ein Erfahrungsbericht, in dem ich nicht nur über die Filme und das Festival an sich berichte, sondern auch über anderes kurioses und bemerkenswertes. Ich habe als Vertreter der Presse übrigens auch einen dicken Stapel mit Presseinformationen in die Hand gedrückt bekommen, den werde ich auch zusammenfassen und in einem Artikel verarbeiten. Ich kann aber nicht garantieren, dass dies vor dem Ende des ITFS geschehen wird. Ein Artikel, der ausschließlich meine Worte zu den gesichteten Filmen enthält, wird übrigens auch noch erscheinen.
Das Festival
Das ITFS ist ein jährlich in Stuttgart stattfindendes Festival zum Thema Trickfilm und Animation. Dort werden im Wettbewerb Lang- und Kurzfilme gezeigt, außerdem gibt es noch ein Rahmenprogramm mit diversen Filmen. Des Weiteren gibt es die Gamezone, auf der Videospiele gezeigt und neue Innovationen vorgestellt werden. Zur Abrundung des Ganzen gibt es noch diverse Workshops und im Cafe le Theatre die Möglichkeit, mit Trickfilmern ins Gespräch zu kommen.
Anreise
Die Anreise nach Stuttgart gestaltete sich insgesamt als relativ einfach. Mit de Fernbus von Hamburg aus nach Stuttgart eben. Das ist nicht sonderlich bequem oder angenehm, aber immerhin war die Sitznachbarin wohl in Kuschellaune (oder extrem müde und nicht mehr in der Lage mitzubekommen, wo oder bei wem sich jetzt eigentlich anlehnt) und so ließ sich das dann doch ganz gut aushalten. In Stuttgart selbst musste ich dann irgendwie zur Presse Lounge gelangen, aber das hat sich nach einer Weile auch alles gefunden. Von da aus musste ich dann irgendwie noch zu meiner Unterkunft und das gestaltete sich tatsächlich schwieriger als gedacht. Ich bin zwar in die richtige U-Bahn eingestiegen, aber drei Stationen zu früh ausgestiegen. Anstatt also auf die nächste U-Bahn zu warten beschloss ich, die drei Stationen einfach zu Fuß abzugehen und hab mich dabei ordentlich verlaufen. Mit ein bisschen dreister Fragerei hab ich dann aber doch noch den richtigen Weg gefunden.
Die Presse Lounge
Gerade erwähnte ich die Presse Lounge und jetzt möchte ich da auch gerne en Detail drauf eingehen, denn das ist echt eine tolle Sache. Ganz einfach ausgedrückt handelt es sich dabei um eine Lounge für die Presseleute. Man bekommt da seinen Presseausweis, kann sich da aufhalten, es gibt kostenloses W-Lan zum arbeiten, freie Getränke und die Möglichkeit, sich mit anderen Presseleuten zu treffen und auszutauschen. Außerdem wird die Möglichkeit geboten, dort auch Interviews mit den beim ITFS Anwesenden Filmemachern oder den Organisatoren des Festivals zu führen. Insgesamt also eine schöne Sache, mir zumindest hat es da gut gefallen.
Presseleute wissen alles am besten
Was kurioses zwischendurch. Ich bin ja selbst ein sehr kontaktfreudiger Mensch und spreche häufig von mir aus andere Leute an, werde aber selbst zwar häufig, aber nicht in dem Maße, in dem ich andere Leute anrede, angesprochen. So läuft das bei jedem meiner Großstadtausflüge und so lief das auch in Stuttgart. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich meinen Presseausweis erhielt. Dieser wurde mir um den Hals gehängt und ich war, ganz offen und ehrlich gesagt, zu Faul, den wieder abzunehmen, bin also im Endeffekt den ganzen Tag damit herumgelaufen. Interessanterweise bin ich dann beinahe im Minutentakt (keine Übertreibung!) von Leuten nach irgendetwas gefragt worden. Wie man dahin komme, wo man jenes finde, wann diese und jene Veranstaltung anfange, für wen man arbeiten würde und so weiter. Ich kann natürlich nicht sagen, ob zwischen dem gut sichtbar zur Schau gestellten Presseausweis und dem Bombardement ein Fragen ein kausaler Zusammenhang besteht oder nicht, aber witzig war es alle mal.
Pulse of Life
Einmal kurz war ich heute auf der Gamezone. Eigentlich bin ich nur kurz durch gelaufen und hab schnell einen Blick auf alles geworfen, dass VR Game „Pulse of Life“ musste ich dann aber doch spielen. Und ja, dass war eine sehr beeindruckende, wenn auch leider nur sehr kurze Erfahrung. In dem Spiel muss man mithilfe eines Generators eine Reihe Lichter aktivieren, um ein seltsames, gewaltiges, fliegendes Quallenwesen zu einer Stadt zu locken. Das ganze ist aufwendig und beeindruckend animiert und vertont. Die perfekte Immersion wird dadurch erzeugt, dass der Generator, den man benutzt, real vorhanden ist, man hat also tatsächlich einen Kasten da stehen, an dem man fleißig kurbeln muss. Das ist zwar nichts weltbewegendes, aber eine ziemliche coole Sache und zeigt definitiv, in welche Richtung VR sich entwickeln könnte.
Die Eröffnungsgala
Das Highlight des heutigen Tages war natürlich die Gala, mit der das ITFS eröffnet wurde. Dort wurden unter anderem die Jurys der verschiedenen Preise, die während des ITFS verliehen wurden, vorgestellt, außerdem einige der Organisatoren des Festivals und einige der Regisseure der Wettbewerbsfilme. Außerdem durfte sich der Bürgermeister Stuttgarts zu Wort melden und mit einer Idee für den Plot eines Trickfilms eine große Menge an Humor und Kreativität beweisen. Dieser Plot handelt von einem Autofahrer, der sich in eine Fahrradfahrerin verliebt. Doch die Liebe scheint zum scheitern verurteilt, die beiden Welten sind doch so unterschiedlich. Das Highlight der Gala waren allerdings die gezeigten Kurzfilme aus dem Wettbewerb. Acht Stück waren das, im folgenden werden diese kurz besprochen.
The Head Vanishes
In „The Head Vanishes“ geht es um eine kopflose (im wahrsten Sinne des Wortes) alte Dame, die gerne alleine an den Strand fahren möchte, von ihrer Begleitung aber nicht in Ruhe gelassen wird. Der Film behandelt auf fantasievolle und kreative Art und Weise die Thematik des Alterns und Vergessens, ist außerdem liebevoll inszeniert.
Nighthawk
In „Nighthawk“ geht es um die Erfahrungen, die ein Dachs macht, der betrunken Auto fährt. Die Idee ist kreativ, die düstere Inszenierung außerdem atmosphärisch und im positiven Sinne unangenehm. Der Film verbindet auf schöne Weise moralischen Appell und eine interessante Seherfahrung.
Central Museum
In „Central Museum“ geht es um einen Mann, der das Museum seines verstorbenen Onkels erbt und dieses gemeinsam mit dem Wärter besichtigt. Der Film erzeugt durch seine äußerst Bewegungsarme Inszenierung, die düstere Farbpalette und den dezenten Soundtrack ein starkes Gefühl des Unwohlseins und vermittelt auf interessante Weise die Probleme, die mit einem Vermächtnis einher gehen können.
Life Cycle
„Life Cycle“ behandelt den Tagesablauf eines jungen Mannes durch eine Woche hinweg. Der Film ist aus der Egoperspektive gefilmt und in einem schönen Schwarz/Weiß Stil gehalten. „Life Cycles“ betont durch seinen hektischen Stil, wie selten der Mensch eigentlich zur Ruhe und durch die ständige Wiederholung bestimmter Tätigkeiten wird verdeutlicht, wie repetitiv das Leben eigentlich zugeht. Immer wieder werden außerdem Nachrichtenschnipsel eingespielt, die die Allgegenwertigkeit von Krieg und Terror verdeutlichen.
Dead Horses
„Dead Horses“ zeigt den Horror von Flucht und Krieg aus den unschuldigen, naiven Augen eines kleinen Mädchens. Der Stop Motion Stil des Films ist sehr atmosphärisch und düster und passt somit perfekt zu dem düsteren Inhalt des Films. Insgesamt ist „Dead Horses“ eine äußerst bedrückende Erfahrung und der wohl unangenehmste, aber auch wichtigste Film des Abends.
The Hatchway
In „The Hatchway“ geht es um einen Mann, der in seinem Zimmerboden eine Luke findet, die eine leicht veränderte Version seines Zimmers führt. Der Film ist stilistisch sehr minimalistisch, inhaltlich dafür allerdings sehr undurchsichtig. Er lässt sich als Symbol für Modernisierung, Fortschritt und Veränderung deuten, muss das aber nicht sein. Insgesamt doch ein sehr interessanter Film, aber nicht so aussagekräftig wie die vorhergegangenen.
I was a Winner
„I was a Winner“ erzählt von drei Videospielsüchtigen Menschen, wie diese zu ihrer Sucht kamen, wie sie diese erkannten und bekämpften. Inszenatorisch ist das ganze sehr simpel, zu sehen sind eigentlich nur die Avatare der Süchtigen aus den Spielen, nach denen sich Süchtig waren, mehr nicht. Das erinnert ein wenig an ein Interview und ist durchaus ansprechend, filmisch gesehen aber leider nicht so spannend wie die vorherigen Beiträge. Inhaltlich ist der Film dafür aber seht stark und die Einzelschicksale der Personen gehen teilweise unter die Haut.
Our Wonderful Nature – The Common Chameleon
Der letzte Film des Abends behandelt die Fressgewohnheiten eines Chameleons. Inhaltlich ist das ganze sehr plump, aber visuell ist der Film schick umgesetzt und es handelt sich insgesamt und sehr nette Comedy, die als gute Auflockerung für einen Abend funktioniert, der sonst von eher kritischen, tragischen und düsteren Filmen geprägt war.
Fazit Tag 1
Ich bin nach dem ersten Tag des ITFS doch sehr zufrieden und gespannt auf die weiteren Tage. Die Kurzfilme haben mir alle gefallen, die Gamezone ist interessant, bei der Presse Lounge handelt es sich um eine tolle Sache und ansonsten macht Stuttgart als Stadt auch einfach Spaß.
Edit
Der erste Tag des ITFS war der 02.05. Aufgrund technischer Probleme war es mir allerdings erst möglich, den Artikel heute, am 03.05 zu publizieren.

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