The Wolverine

Wolverine ist gebrochen. Er lebt in der Natur, hält Abstand von der Gesellschaft, hat Albträume, halluziniert von seiner ehemaligen geliebten Jean, sucht nach dem Tod. Er ist nicht mehr Wolverine, er ist aber auch nicht Logan.

Nun würde der Film im Original nicht „The Wolverine“ heißen, wenn nicht eben jener hier zurückkehrt. Und tatsächlich, die Wiedergeburt des Wolverine ist die beste Szene des Films. Das „The Wolverine“ sich danach leider auf Trashbombast verlässt ist Schade und entkräftigt die Katharsis des (Anti)Helden doch in ihrer Wirkung. Der forcierte Twist tut dem Film eben nicht gut. Generell macht „The Wolverine“ einfach zu viel. Dem Wolverine emotionale Tiefe verleihen?

Es ist möglich und teilweise versucht der Film sich auch an subtiler Sentimentalität, all zu häufig badet er sich allerdings in Pathos und erzielt dadurch keinen emotionalen Impact. Übrigens: Die Idee, Logan seiner Heilungskräfte völlig zu berauben ist großartig, die Ausführung schwächelt aber. Die Gerade-Noch-So-PG-13 Action ist ja stellenweise durchaus heftig, es mangelt ihr aber leider doch ein bisschen an der Brutalität. Man spürt einfach die Konsequenzen der Gewalt auf Logan nicht in einem ausreichenden Maße, man fühlt nie die Dringlichkeit, die Mangold inszenieren will.

Immerhin konzentriert Mangold sich auch weniger auf die Action, sondern mehr auf sein Figurenensemble. Löblich ist dies, aber es mangelt den Figuren zu sehr an Tiefe, als das diese tatsächlich Interesse hervorrufen würden. Logan selber ist ja durchaus gut geschrieben und sehr solide von Jackman gespielt, aber die Charaktere, um die er sich kümmert, wandern zwischen langweilig und unsympathisch. Man wünscht sich, dass Mangold mehr Zeit auf die Jean-Grey-Halluzinationen des Wolverines verwendet hätte, da diese tatsächlich bemüht sind, die geschundene Psyche des Helden zu erkunden. So aber beschützt der Held mit dem Todeswunsch austauschbare Figuren und findet durch das japanische Pendant zu Barbie seinen Lebenswillen wieder.

 

Das ganze ist dann nicht „gut“ im konventionellen Sinne, bereitet aber dank Jackman und des exotischen Settings dennoch den Großteil seiner Laufzeit über Freude.

5.0 von 10.0

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