Warcraft – The Beginning

„Warcraft“ hat ein riesengroßes Problem.

Und zwar verweigert er sich dem Filmsein. Das fängt schon bei der Aufmachung an: „Warcraft“ sieht, ganz salopp formuliert, kacke aus. Die Orks sind in ihrer überproportionierung lächerlich, die versteinerten CGI Gesichter sind ein hervorragender Uncanney-Valley-Trigger und das Fell der Wölfe scheint der Fellengine von „Call of Duty: Ghosts“ entsprungen zu sein. Sicher, Fans der Spiele werden mit dem künstlichen Look durchaus ihre plaisir finden, aber mit echtem Kino hat das eher weniger zu tun. Die detaillosen CGI Landschaften helfen dabei übrigens nicht weiter, die Kostümierung der Menschen scheint aus dem Baukasten „Fantasy für Anfänger“ entnommen zu sein. N

un könnte man das Debakel vielleicht ja durch eine innovative Inszenierung retten, und mit Duncan Jones hat das Wrack ja eigentlich auch einen durchaus fähigen Kapitän. Leider verlässt Jones sich bei seiner Inszenierung zu sehr auf den Standard, die zehnte Kamerfahrt über verschneite Berge ist nicht innovativ, der zehnte Grünlichtangriffaufdensehnerv ist nicht aufregender als der Erste. Immerhin, „Warcraft“ ist inszenatorisch kein vollständiges Debakel. Manchmal sind die CGI Bilder in Kombination mit den Tönen, die einen Soundtrack darstellen sollen, prächtig unterhaltsam. Das versteinerte Schauspiel der wenigen „echten“ Darsteller tut sein übriges zum Trashfaktor. Um als Müllspektakel durchzugehen, müsste „Warcraft“ inhaltich aber andere Schwerpunkte setzen. Das Drehbuch ist nämlich leider ein Totalausfall.

Hier liegt der Schwerpunkt eindeutig auf dem Fanservice, ein richtiger Drive, eine richtige Geschichte will nicht aufkommen. Die verwendeten Fantasyversatzstücke werden dann mit einer Pseudodeepen Geschichte über Flüchtlinge und Schwierigkeiten bei der Völkerkommunikation vermengt, wobei dann am Ende von „Warcraft“ doch der Rassismus siegt. Denn die Charaktere, die sich tatsächlich gegen den Krieg einsetzen, die tatsächlich Frieden zwischen den Völkern wollen, sind alle Märtyrer. Das am Ende der König der Menschen sich für den Frieden zwischen Orks und Menschen opfert ist eine gute Idee. Das sein Opfer allerdings sinnlos war und es letzten Endes sogar zu einer Radikalisierung beider Parteien führt, ist keine gute Idee.

Das ist höchst inkonsequent und vermittelt eine unterschwellig rassistische Botschaft, frei dem Motto „Scheiß aus Multikulti!“. Vielleicht hat man das aber auch gar nicht in der Produktion des Films bedacht, merkt man ihm doch jederzeit an, dass er nicht gemacht wurde, um als eigenständiger Film, sondern als Franchisestartschuss zu funktionieren.

„Warcraft“ aber ist gefloppt und dürfte außer den Fans wohl kaum einem gefallen haben. Eine große Auszeichnung wird der Film aber sicherlich erhalten: Nächster Gewinner des Oscars für den besten Animationsfilm? „Warcraft – The Beginning“.

2.0 von 10.0

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