Mamá

Das war also „Mamá“. Dieser ach so beeindruckende Kurzfilm, der sogar als Vorlage für einen nicht mal unerfolgreichen Kinofilm diente. Was aber fasziniert an „Mamá“ so sehr?

Die Antwort ist: Keine Ahnung. „Mamá“ ist nämlich kein besonderer Horror. Es ist kein aufwendiger Horror, es ist kein effektiver Horror. „Mamá“ ist an und für sich nichts weiter als ein gewöhnlicher Haunted House Film, auf zweieinhalb Minuten reduziert. Nun braucht ein Film keine tiefgehende Story, eine guten Charaktere, ja, ein Film braucht eigentlich nicht einmal einen Inhalt. Besonders Wichtig für das Medium Film ist die Cinematographie, ist der Mix aus Bildern und Tönen.

Und gerade hier offenbart sich die größte Schwäche von „Mamá“. Wie man es bei einem Kurzfilm erwarten kann, sind die Bilder natürlich auf einem relativ niedrigem Niveau. „Mamá“ sieht dennoch zweifelsohne gut aus, keine Frage. Nein, der Film nutzt aber sein begrenztes Budget gar nicht aus. Anstelle einer kreativen Idee eifert er eher dem gewohnten Kinohorror nach, bietet Bilder, die Kino sein wollen, aber keines sind. Das ist schon störend, diese gewollte Hochglanzcinematographie bei einem Kurzfilm.

Natürlich ist die Ambition, Kinoreifen Stoff zu erzeugen durchaus richtig, aber gerade für den Inhalt „Mamá“s hätte man durchaus bessere Bilder finden können. Der Film versandet dadurch irgendwie im Standard und ist deshalb auch alles andere als effektiv.

„Mamá“ schockt nicht, weil die Inszenierung so altbekannt und räudig konventionell ist, dass man eigentlich schon genau weiß, wann das Monster ins Bild gerät. Sicherlich, der dumpfe Soundtrack erzeugt schon Gänsehaut, aber er bleibt nicht im Kopf. Genauso wenig wie der ganze Film. „Mamá“ hat man gesehen und schnell wieder vergessen. Woher also die Faszination? Liegt es am Soundtrack? Liegt es vielleicht an dem unbekannten Bösen? Mitnichten.

„Mamá“ dürfte wohl deshalb so beliebt sein, da er die Erfahrung eines Haunted House Films auf zweieinhalb Minuten reduziert bietet. Was also ist „Mamá“? Ein durchschnittlicher Horrorfilm, der großes Kino sein will, letztlich aber nur auf Werbeclip Niveau produziert wurde.

4.0 von 10.0

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