The Revenant

Extremsituation – Der Film.

Leichter lässt sich „The Revenant“ gar nicht beschreiben. Um eine Extremsituation passend zu visualisieren muss man natürlich auch extreme Bilder finden. Und diese gibt es in „The Revenant“ zu Hauf. In in Naturlicht gefilmten Eislandschaften kämpft Leonardo DiCaprio sich durch Schlamm, Morast und andere Unbequemlichkeiten. DiCaprios Leidensweg zum Oscar, sozusagen.

Tatsächlich ist seine Extremperformance allerdings noch überschattet von Tom Hardys Leistung, der langsam aber sicher zum Schauspieler seiner Generation avanciert. DiCaprios Leistung ist sicherlich extremer, Hardys allerdings nuancierter. „The Revenant“ profitiert am Ende auch von der Dualität seiner beiden Hauptaktuere. DiCaprio lebt seine animalische Seite aus, behält aber im Kern den Grundmenschlichen Vergeltungsgedanken. Hardy auf der anderen Seite verbirgt seine Animalität unter einer menschlichen Fassade.

Der Kampf der Beiden wird überragend eingefangen von Emmanuel Lubezkis herausragender Kamera. Lubezki und Iñárritu erschaffen wie schon bereits in „Birdman“ Bilder von einer überragenden Immersion. Blut und Schlamm und Schnee wirbeln dem Zuseher ins Gesicht. Am Ende von DiCaprios Leidensweg dürfte auch der Zuseher erschöpft zusammensacken. „The Revenant“ ist eine emotionale Zerreißprobe, der Schmerz, der hier auf die Leinwand transportiert wird, schlägt druckvoll auf den Zuseher nieder.

Dabei erzählt „The Revenant“ sehr wenig, es gibt kaum Dialog. Aber Kino kann eben auch mehr sein als nur Dialog. Denn der Film besteht doch letzten Endes aus Bildern und Tönen. Und beides bietet „The Revenant“ in vollendeter Form. Man kann sich eigentlich kaum dem Sog der Visualität dieses Films entziehen, man muss schon eine große Kinoresistenz dafür besitzen. Lubezki und Iñárritu haben hier einen außergewöhnlichen Film erschaffen, einen Film über Extreme. DiCaprio liefert eine extrem anstrengende Performance ab, Hardy spielt extrem gut auf. Die Bilder sind extrem wuchtig und extrem gefilmt.

Sicherlich sollte man den Film nicht nur auf den Aspekt der Anstrengungen, die alle Beteiligten unternahmen herunterbrechen. Allerdings tragen diese zum Erfolg des Filmes und auch zu seiner Qualität bei. Denn durch Lubezkis herausagende Kamera wird eben diese Anstrengung eindrucksvoll festgehalten und überträgt sich auch auf den Zuseher. Nervenzerreißendes Extremkino in Reinform. Das ist „The Revenant“.

8.0 von 10.0

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