L’Auberge Espagnol

L’Auberge Espagnol ist eine Komödie, bei der man lachen soll.

Klingt das seltsam? Ja, dass tut es. Denn das man bei einer Komödie lachen soll, muss im Optimalfall nicht betont werden. Nun ist L’Auberge Espagnol aber kein Optimal- sondern ein Totalausfall. Dazu tragen sicher auch die furchtbar uninspirierte Inszenierung, der nervtötende Soundtrack und die mäßig talentierten und schrecklich unmotivierten „Schauspieler“ bei, besonders aber leidet der Film unter seinem unreflektierten, ideologisch bedenklichen „Humor“.

Natürlich handelt es sich um eine Komödie, in der junge Menschen aus verschiedenen Ländern aufeinandertreffen und dementsprechend darf auch mit semirassistischen Stereotypen und der gekonnten Überspitzung jener gerechnet werden. L’Auberge Espagnol macht aber durch seinen bieder trockenen Stil klar, keine Karrikatur sein zu wollen, sondern durchaus ein Film, der sich mit wichtigen Problematiken der Jugend seriös auseinandersetzt. Zum Beispiel ist die Frau, die, wenn man dem Film glauben darf, gemein hin ein Gegenstand ist und nur selten Denkpotenzial besitzt, wenn sie dieses Denkpotenzial denn besitzt, sofort ungebildet, sollte sie eben dieses Denkpotenzial nicht nutzen um regelmäßig ihr Dasein auf Saufgelagen zu fristen.

Tatsächlich zieht sich dieses Bild des „ungebildeten Partyverweigerers“ durch den gesamten Film, ebenso wie der Gegenstand Frau. Der Protagonist lernt nämlich im Laufe des Films eine verheiratete Frau kenne und verliebt sich in diese. Nun, er hat in der verlassenen Heimat zwar eine Freundin, aber soweit kann man das ganze Spiel ja noch als durchaus unbedenklich betrachten. Der Protagonist des Filmes will nun also die verheiratete Frau verführen und schafft dies dank spezieller „Flirt Tipps“, die er von einer anderen Frau erhält. Der Protagonist wendet also diese „Flirt Tipps“, auf die nach deutschem Recht eher der Terminus „Vergewaltigung“ zutreffen würde, beinhalten diese doch das dominieren der Frau durch Zwang zum Geschlechtsverkehr, an und hat großartigen Erfolg.

Von diesem Moment an „besitzt“ er die Frau, solange, bis er ihrer Müde ist, bis er sie abgenutzt hat und in den Besitzt des wahren Mannes der Frau zurücktransferiert. Während der Protagonist sich aber mit einer Fremden vergnügt, beschließt seine eigentliche Freundin, dasselbe zu tun. Dies wird aber vom Film nicht toleriert, diese Figur gerät nach diesem Zeitpunkt in verruf. Auch die restlichen weiblichen Charaktere handeln nur aus ihrem Sexualtrieb heraus, sie gehören Männern und werden benutzt, wenn es nötig wird. Ganz nebenbei klärt Regisseur Klapisch den Zuseher außerdem darüber auf, dass man über Homosexualität nicht spricht und Tüchtig- und Ordentlichkeit von Adolf Hitler stammen.

L’Auberge Espagnol wirkt dabei nicht trocken genug um wirklich als Satire rüberzukommen, er ist nicht überspitzt genug um eine Karrikatur zu sein. Nein, der Film ist bleiern runterinszeniert und mit nervigen Teenie Songs unterlegt, sodass der Zuseher beinahe den Eindruck bekommen könnte, dass Klapisch den Inhalt seines Films für bare Münze verkaufen möchte. Und vielleicht will er das auch, denn man ist geneigt, anzunehmen, dass er das, was in diesem Film sagt, tatsächlich glaubt. Vielleicht ist er aber auch nur wie seine Schöpfung: Unreflektiert.

1.0 von 10.0

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