Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste

Der erste „Maze Runner“ Film war insofern in der Welle der Teeniedystopien interessant und auffällig, als der er sich sowohl mit verschiedenen Machtpolitischen Systemen differenziert auseinandersetzte, als auch einen selbstreflektierenden Ansatz besaß. Auf filmische Ebene versagte er dann, wie so viele andere Teeniedystopien auch. Nun, was macht der zweite „Maze Runner“ Film? Verbessert er die filmische Ebene und führt er die Denkansätze des Vorgängers konsequent fort?

Nun, leider nicht. Ja, die filmische Ebene wird zwar durchaus stark aufgewertet, die Denkansätze, insbesondere die selbstreflexiven, aber auch natürlich die zu den Machtsystemen, fallen völlig flach. Stattdessen bietet der zweite „Maze Runner“ moralische Denkanstöße – und zwar in der flachesten möglichen Form. Immerhin ist das trotzdem mehr als viele andere Teeniedystopien tun. Denn „Maze Runner 2“ versucht auch, seine Schurken irgendwie moralisch ambivalent zu gestalten. Der Versuch scheitert zwar, aber, er ist da und das macht den Film interessanter als die gesamte „Tribute von Panem“ Reihe.

„Maze Runner 2“ konzentriert sich stattdessen voll auf die filmische Ebene und liefert hier Durchschnitt in Reinform ab. Immerhin – auch hier schlugen die „Tribute von Panem“ sich deutlich schlechter. „Maze Runner 2“ klaut sich das beste aus anderen Filmen zusammen und macht daraus einen bunten Genreflick, der irgendwie Spaß macht, irgendwie cool aussieht, sich irgendwie cool anhört. Von „Dawn of the Dead“ über „Mad Max“ bis zu „I am Legend“ holt sich „Maze Runner 2“ aus jedem halbwegs ernstzunehmenden dystopischem und/oder apokalyptischem Film Versatzstücke und setzt diese zu einem mehr oder minder eigenständigen Filmchen zusammen.

Sicher, „Maze Runner 2“ hat keinerlei Alleinstellungs- und Erkennungsmerkmale, er funktioniert aber auch, ohne die Vorlagen zu kennen. Insofern kann man von einem durchaus gelungenem Film sprechen, der aber irgendwo im Durchschnitt versandet und in ein paar Jahren sicherlich vergessen sein wird. Auch wenn man nicht von einem guten Film sprechen kann, so hätte „Maze Runner“ sicherlich mehr aufmerksamkeit verdient, als „Die Tribute von Panem“, „Die Bestimmung“ und wie sie alle heißen mögen.

5.0 von 10.0

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