Terminator 2

James Cameron ist sein ganzes filmisches Schaffen über auf der Suche nach Perfektion.

In Terminator 2 erreicht er, zumindest auf filmtechnischer Ebene, diese Perfektion. Kaum ein Film sieht so gut aus, kaum ein Film klingt so gut, kaum ein Film bietet dermaßen vollkommene Action. Cameron ist bei seiner Inszenierung virtuos und zweckmäßig zugleich, er kostet das Momentum einer Szene immer voll aus, er nimmt immer wieder Tempo raus nur um danach voll zu beschleunigen. Natürlich schafft es Cameron wie kein zweiter die Figuren nicht zu vernachlässigen. Wie auch schon im ersten Terminator baut Cameron den Film um seine Charaktere auf. Terminator 2 beginnt im nuklearen Höllenfeuer.

Dieses Bild der Zerstörung ist die kraftvolle Visualisierung der Ängste Sarah Connors, der Protagonistin des Films, die den nuklearen Genozid nie sieht, aber in erträumt. In ihren Alpträumen mit ihnen konfrontiert wird. Wegen dieses Bildes der Vernichtung wird ihr die Menschlichkeit Stückweise entrissen. Doch darum geht es in Terminator 2 nicht. Es geht um die Rückkehr dorthin. James Cameron meint es gut mit den Menschen und deshalb ist auch Terminator 2 ein zutiefst menschlicher Film. So müssen sowohl der Terminator als auch Sarah Connor die menschlichkeit (wieder)entdecken. Stellte James Cameron im ersten Terminator noch Fragen über die unabwendbarkeit des Schicksals scheint er dieser Thematik im zweiten Teil überdrüßig geworden zu sein. Er schneidet sich manchmal zwar noch an, aber viel lieber stellt Cameron andere Fragen. Er hinterfragt die Menschlichkeit.

Warum darf man nicht töten? Warum weinen Menschen? Ganz einfache Fragen auf die man nicht ganz einfach eine Antwort findet. Darum geht es in Terminator 2. Die Reise auf die der Zuseher sich mit dem Terminator befindet ist eine Reise zur Menschlichkeit. Am Ende des Films weiß der Terminator was der Mensch ist. Cameron versteckt diesen Weg zur menschlichkeit, diese ja eigentlich hochinteressante Thematik, gar nicht einmal auffällig und dennoch, oder gerade deswegen, wird sie gerne übersehen. Terminator 2 will filmische Perfektion sein und braucht deshalb eine perfekte Grundthematik. Und welches Thema ist perfekter als die Frage, was den Menschen zum Menschen macht? Keines.

Cameron verwendet diese Thematik aber nun ganz offensichtlich, damit jeder sie sehen kann. Gerade das macht sie ja so perfekt, die Fragestellung Camerons. Man muss sie nicht tief im Film eingraben, hinter dutzenden Plotpoints verstecken und um drei Ecken vermitteln. Man kann sie direkt stellen und sie bleibt aufregend, interessanter. Terminator 2 mag simpel erzählt sein, ist aber nicht simpel. Und deshalb ist erreicht Cameron auch Perfektion. Nicht nur auf filmtechnischer Ebene.

Terminator 2 ist Cameron vollendester Film, formal und inhaltlich. Einer der besten Filme überhaupt, eine nahezu vollkommener Film. Cameron, der Perfektionist, hat Perfektion erreicht und dann aber auch gleichzeitig nicht. Denn im Endeffekt ist der Film wie der Mensch. Perfekt unperfekt.

10.0 von 10.0

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